Lebenszeichen hier, Lebenszeichen dort

So selten wie ich hier poste, könnte ich wahrlich jeden Eintrag mit “Lebenszeichen” übertiteln. Aber wahrscheinlich ist selten einfach besser als gar nicht. Ich weiß, ich hab versprochen, mal ein paar Fotos von meiner neuen Wohnung hier in Dänemark zu zeigen. Ich kämpfe grad noch mit zwei Hindernissen – zum einen die Lichtverhältnisse (morgens und abends ist es irgendwie zu düster, ich denke, ich muss am Wochenende knipsen, wenn ich auch tagsüber zuhause bin) und zum anderen das Bilderformat. Ich kann die ganzen Bilder natürlich einfach in den Eintrag einbauen, dann braucht’s eventuell länger zum Laden. Die eine Alternative wäre das Foto-Plugin, das in meinem WordPress-Blog installiert ist, da bin ich grad noch ahnungslos. Ok, Ausprobieren oder Googlen würde vermutlich helfen. Die dritte Variante wäre Hochladen bei einem Bilderportal wie Flickr oder yfrog oder so und dann halt verlinken. Irgendwie kann ich mich nicht so recht entscheiden. Vielleicht mach ich das morgen…

Bis dahin beschränke ich mich einfach auf das Wichtigste. Hier ist soweit alles fein, der Job ist streßig, aber macht immer noch sehr viel Spaß. Und so schlimm wie letzten Herbst, wo ich regelmäßig im Sitzen bei unseren Pen&Paper Rollenspielrunden weggedöst bin, ist es zumindest nicht. Gerade bin ich ein bißchen unter Druck, weil neue Ergebnisse anstehen (die hoffentlich gut sind) und ich mir außerdem ein paar Gedanken über meine berufliche Zukunft machen muss (und Entscheiden ist ja nicht so meine Stärke). Eigentlich brauch ich nicht jammern, ich hab die Wahl zwischen verschiedenen guten Alternativen. Aber irgendwie muss ich jetzt den Rest meines Lebens festlegen und weiß nicht wie und wo. Hmpf.

Sonst… das Land ist nach wie vor toll – die Leute hier warnen mich, dass sich das im Winter ein bißchen ändern könnte, weil da doch die Leute aus südlicheren Gefilden oft von Heimweh und Depressionen geplagt werden. Zumindest medizinisch habe ich aber vorgesorgt und mir Vitamin D gekauft, das ich ab nächstem Monat täglich schlucken werde.

Was hat es mit dem Vitamin D auf sich?


Durch die nördliche Lage ist man im Winter deutlich weniger Sonneneinstrahlung ausgesetzt als man es normalerweise gewohnt wäre. Weil die Sonneneinstrahlung auf der Haut (bzw. ein gewisser Sonnenhöchststand) zur Bildung von Vitamin D benötigt wird, bedeutet das, dass man im Winter in den skandinavischen Ländern unter Vitamin D Mangel leiden kann. Die ersten Symptome sind ähnlich wie Streß (und bleiben deswegen leicht unbemerkt): Müdigkeit, Nervosität, Konzentrationsstörungen. Das klingt noch relativ harmlos, im späteren Stadium kann man aber leicht im Krankenhaus enden. Vorbeugung ist einfach: Vitamine aus der Apotheke schlucken.


Umgekehrt ist Vitamin D übrigens auch beteiligt, wenn es um die Effekte von viel Sonnenstrahlung geht. Es regt im Sommer die Bildung von Melanin (Hautbräunung) an, um so einen Schutz gegen die üppige Sonneneinstrahlung zu ermöglichen. Generell wird bei dunkelhäutigen Menschen weniger Vitamin D gebildet als bei hellhäutigen (wenn sie derselben Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind), da die Pigmente in der Haut die Sonnenstrahlen abschirmen.


Wikipediaeintrag über Vitamin D (oder zu deutsch: Cholecalciferol)

Was mir hier natürlich wahnsinnig abgeht, sind meine ganzen Freunde in der Heimat und am allermeisten natürlich der Tobi. Ich weiß gar nicht, was ich ohne das Internet machen würde. Wir skypen sehr, sehr viel, nebenher spielen wir dann Kniffel oder Trivial Pursuit. Mit der Tina und meinen Brüderchen zock ich übers Internet und mit ein paar anderen Freunden wollen wir jetzt eine internationale Rollenspielgruppe auf die Beine stellen (ich bin grade am überlegen, mir dafür Skype Premium zu holen, damit wir den Videochat auch für Gespräche mit mehr als zwei Personen nutzen können). Es ist ein bißchen nostalgisch, denn wir werden Mage in der alten World of Darkness spielen, lang, lang ist’s her. Natürlich kann nichts davon ein echtes Treffen ersetzen, deswegen freu ich mich schon ganz arg auf übernächstes Wochenende (wenn ich wieder in Innsbruck bin) und die folgenden Wochen (weil sich schon so viele liebe Besucher angekündigt haben). Ich freu mich auf euch und nehm euch in Gedanken ganz lieb in den Arm!

Croissant mit Schinkensalat

Wir schreiben das Zeitalter der Doktorarbeitsplagiatoren und während ein nicht unerheblicher Teil das Ganze als irrelevant abtut oder eine Verschwörung linksgesonnener Subjekte vermutet, gehöre ich zu den Leuten, die das tierisch aufregt. Warum? Weil die Doktorarbeit ein riesiges, maßloses Tal der Schmerzen ist, und die Entscheidung, in dieser Situation den Ctrl-C Ctrl-V Ausweg zu nehmen, in mir nichts anderes als Verachtung im Angesicht der menschlichen Schwäche hervorruft. Nachdem dieses Aufregerthema aber definitiv seinen einen Blogbeitrag verdient hat, will ich gleich zum Ende kommen – in diesem Fall also dem Ende meiner eigenen Doktorarbeit. Ich fühle mich wie Phoenix, der aus der Asche aufsteigt, nachdem ich Monate und Jahre nur vor mich hinvegetiert habe. Selbiges gilt für diesen kleinen Blog, den ich nun gleichsam (heute ist der Tag der poetischen Worte) reaktiviere als Zeichen meiner Rückkehr ins echte Leben. Eigentlich hätte er dazu sogar ein neues Layout verdient (ich wollte schon immer ein Ultimate X-Men/Jean Grey/Phoenix Layout machen), aber nachdem Freizeit nach wie vor ein rares und hochgeschätztes Gut ist, begnüge ich mich vorerst mit neuen Blogeinträgen.

Nebenbei bemerkt geht es mir gerade hervorragend, was hauptsächlich an meiner neuen Arbeit liegt: Postdoc in Dänemark. So lange habe ich heimlich davon geträumt, und nachdem das Projekt “Wir suchen uns Jobs am selben Ort” leider vorerst gescheitert ist, habe ich mir diesen Wunsch auch tatsächlich erfüllt. Es ist herrlich, wieder zu forschen, mit den Kollegen hier hab ich auch großes Glück und dann wohne ich gerade auch noch mitten in Kopenhagen – genauer gesagt in Frederiksberg, und genieße meine Lieblingsstadt. Das Ganze fühlt sich sehr wie Heimkommen oder am richtigen Ort ankommen an und deswegen fühlt sich trotz aller Einwände von Muttern oder den Schwiegereltern die Auswanderungsentscheidung auch sehr richtig an. Die Dänen finde ich nach wie vor so liebenswert und schrullig, wie ich sie schon seit meinem ersten Besuch fand. Letzte Woche musste ich sehr lachen, als es in der Kantine plötzlich Croissants gefüllt mit Eiersalat gab (am nächsten Tag war es dann Schinkensalat). Als ich das sah, hat es mich so richtig vor Grausen geschüttelt, so eine eklige Kombination. Und während ich noch da stehe und mich frage, wer so was überhaupt essen mag, kommen schon die Dänen und greifen emsig zu. Der dänische Mittagssnack (Smørrebrød mit oder ohne Croissant) wird für mich auf ewig ein Buch mit sieben Siegeln bleiben.

Natürlich fehlt mir hier der Tobi – aber wir skypen viel und sehen uns doch deutlich öfter als noch in der kanadischen Ära. Ab morgen ist mein Chef 3 Wochen im Urlaub und hat mir vorgeschlagen, ich könnte doch in dieser Zeit in Innsbruck arbeiten. Gesagt – getan, morgen nachmittag geht der Flieger nach München (der Innsbrucker Flughafen ist nichts als Ausdruck totaler Idiotie, wenn ich von München mit dem Zug fahre, bin ich deutlich schneller dort und zahle gerade mal ein Zehntel des Preises). Deswegen werde ich mich jetzt ganz schnell wieder zu meinem Code verkrümeln, um noch ein bißchen was fertig zu bekommen, und schicke jetzt noch ein paar liebe Grüße an alle hinaus, die sich in Anbetracht der langen Sendepause überhaupt noch hierher verirren…

Vom Rande des Wahnsinns…

… komm ich her, ich muss euch sagen, die Doktorarbeit nervt mich sehr.

Ha, ja, mich gibt’s auch noch. Ich mach es kurz und knapp: ich bin nicht beim Fasten gestorben, statt dessen liegt die Doktorarbeit in den letzten Zügen, ich bin eigentlich total im Streß und natürlich treib ich nebenher Blödsinn (wie dieser Blogeintrag). Aber unterm Strich soll die Diss dieses Jahr noch fertig werden – ein sportliches Unterfangen.

Sonst… der Schnee nervt mich fast so sehr wie die Doktorarbeit. Eigentlich mag ich Schnee ja, ich freu mich auch schon auf’s Skifahren, wenn die Diss dann erledigt ist. Ich wette, da verdrückt er sich wieder, der doofe Schnee. Aber grade bin ich ihm persönlich beleidigt, weil er das alljährliche Plätzchenbacken mit meiner lieben Tina erst mal auf einen noch neu zu findenden Termin verschoben hat. Männo, ich will Plätzchen! Und vorweihnachtliche Besuche! Und überhaupt Weihnachtsdeko! Zwischen all diesen Dingen und mir steht natürlich die doofe Doktorarbeit. Erst jetzt weiß ich, was Hassliebe wirklich bedeutet… Hilft nix – ich mach weiter und sende euch in Gedanken ganz liebe Adventsgrüße!

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